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Die Murtalbahn
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![]() Dr.hc. Ing. Carl Wurmb Foto: STLB-Archiv |
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| Innerhalb der Bahnen der
Steiermärkischen Landesbahnen nimmt die Murtalbahn Unzmarkt - Murau
- Tamsweg eine besondere Stellung ein, die mit rund 65 km Betriebslänge
die längste STLB-Eisenbahnlinie ist und über die steirische
Grenze hinaus in den Salzburger Lungau reicht. Bereits im Jahr 1883 trat der Bezirksausschuß Murau an das damals gegründete Eisenbahnkomitee des Landes Steiermark mit dem Ersuchen um eine Eisenbahn-anbindung an die damalige Rudolfsbahn (St. Valentin - Selzthal - St. Michael - Villach) heran. Aber erst am 31.März 1892 wurde vom Steiermärkischen Landtag der Bau der Bau der Murtalbahn mit der Streckenführung Unzmarkt - Murau- Mauterndorf beschlossen, nachdem zuvor verschiedene Linienführungen untersucht worden waren. Am 27. August 1893 erfolgte in Anwesenheit von Adolph Josef Fürst zu Schwarzenberg der Spatenstich vorgenommen. Unter der Leitung des ersten Landeseisenbahndirektors der Steiermark, Dr. h.c. Ing. Carl Wurmb wurde die 76,230 km lange Strecke in nur 316 Tagen fertig gestellt. |
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| Insgesamt wurden 12 Bahnhöfe und 14 Haltepunkte errichtet. Die Betriebsleitung und die Betriebswerkstätte war in Murau und Heizhäuser gab es in Unzmarkt, Murau und Mauterndorf. Für die Versorgung der Dampflokomotiven standen 7 Wasserstationen zur Verfügung. Die Verständigung der Bahnhöfe untereinander sowie mit den auf der Strecke befindlichen Züge erfolgte über Telefon, eine Pioniorleistung, da damals die Kommunikation üblicherweise über Morsetelegraphen erfolgte. | |||
![]() Der feierliche Spatenstich am 27.8.1893 in Murau Foto: STLB-Archiv |
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| Die feierliche Eröffnung der Murtalbahn erfolgte am 8. Oktober 1894. Zunächst lag die Betriebsführung bei der k.k. Generaldirektion der östereichischen Staatsbahnen, die kaufmännische Leitung besorgte zunächst das Steiermärkische Landeseisenbahnamt. Am 28. 3.1896 wurde dann eine eigene Aktiengesellschaft gegründet, die "Murtalbahn Unzmarkt - Mauterndorf", die alle sich aus der Konzession ergebenden Rechte übernahm. | |||
![]() Personenzug der Murtalbahn im Bahnhof Mauterndorf um 1900 Foto: Sammlung August Zopf |
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| Trotz der schlechten Wirtschaftslage wurden ab 1933 drei "Schienenautobusse" nach dem Vorbild der SKGLB eingesetzt. Diese 60 km/h schnellen Austro-Daimler-Triebwagen, von denen zwei mit zwei und der dritte mit einem 80 PS-Benzinmotor ausgestattet waren, wurden anfangs mit Begeisterung empfangen, aber schnell trat Ernüchterung ein. Unfälle, technische Störungen, Treibstoffmangel und die Reparaturanfälligkeit führten dazu, dass die Fahrzeuge Ende 1939 abgestellt wurden. Der Betrieb auf der Murtalbahn erfolgte wieder mit Dampf. Der Ausbruch des 2. Weltkriegs bedeutete für die Murtalbahn, dass Personal leihweise an die Deutsche Reichsbahn, Österreich war ja 1938 an das Deutsche Reich angeschlossen worden, abgegeben werden musste. In den Kriegsjahren stieg der Personenverkehr in einem Umfang an, dass die Personenwagen nicht mehr ausreichten und 1942 ein Personenwagenkasten auf einen 4-achsigen Güterwagen aufgebaut werden musste. 1942 wurde die Aktiengesellschaft aufgelöst und das Vermögen auf das Land Steiermark übertragen. | |||
![]() Dampflokomotive Kh 111 mit Personenzug im Bahnhof Turrach Foto: Alfred Luft |
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1943 kam die Dampflokomotive Kh 111 zur Unterstützung von der Feistritztalbahn zur Murtalbahn. Die Bahn blieb zum Glück von größeren Zerstörungen durch den Krieg verschont. Nach dem 2. Weltkrieg begann eine Motorisierungswelle, ausgelöst durch den wirtschaftlichen Aufschwung, die zu einem umfangreichen Ausbau des Strassennetzes führte und sich sehr nachteilig auf die Eisenbahnen auswirkte. Auch die Murtalbahn blieb davon nicht verschont und war zu Beginn der Fünfzigerjahren das Beförderungsaufkommen noch enorm hoch, so führte nun die wachsende Konkurrenz der Strasse zu rückläufigen Zahlen. Um mithalten zu können, kam es bei der Murtalbahn zu einem "Modernisierungsschub". 1957 bis 1963 wurden mit Polstersitzen ausgestattete Personenwagen der ehemaligen SKGLB angeschafft. Ab 1964 wurden Güterwagen umgebaut und neue Spezialwagen angeschafft, um besser auf die Wünsche der Kunden eingehen zu können. |
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![]() Diesellokomotive VL 13 mit Frühzug an der Haltestelle Tamsweg-St. Leonhard in der Mitte der siebziger Jahre. Foto: STLB/Steffen |
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| Der nächste Schritt
zur modernen Bahn war die Umstellung von 1964 bis 1967 auf Dieselbetrieb.
Nach und nach wurden 3 diesel-elektrische Lokomotiven angeschafft. Bis
1967 wurden die Regelzüge teilweise mit Diesel- und teilweise mit
Dampflokomotiven geführt. Aber mit dem Jahr 1967 war der Regeleinsatz
von Dampflokomotiven zu Ende. Dampflokomotiven waren zunächst nur
noch zur Schneeräumung und im gelegentlichen Einsatz vor Bauzügen
eingesetzt. Dies sollte sich aber bald ändern. Dank einer Initiative
von Touristik, Eisenbahnfreunden und Bahnverantwortlichen wurden 1968
erstmalig "Dampfbummelzüge" ge fahren und sie waren ein
solcher Erfolg, dass diese Züge seit 1969 ein fester Bestandteil
des Fahrplans der Murtalbahn sind. Darüber hinaus werden Dampfsonderzüge
das ganze Jahr über für alle möglichen Anlässe gefahren.
Ein weiteres Schmankerl der Murtalbahn war die Einführung der Amateurlokfahrten
im Jahr 1969. Diese wurden über viele Jahre hinweg mit der zweiachsigen
Dampflokomotive "Stainz 2" gefahren. Jeder Eisenbahnfreund
hat dabei die Möglichkeit unter der Aufsicht und Betreuung eines
geprüften Lokführers selbst eine Dampflokomotive zu bedienen.
Nach Ablauf der Kesselfrist wurde die Stainz " in Murau abgestellt
und die Amateurlokfahrten werden seitdem mit einer der Dampflokomotiven
der Dampfbummelzüge durchgeführt. Um das touristische Angebot
der Dampfbummelzüge zu verbessern, wurde 1970 der ehemalige kaiserliche
Salonwagen der SKGLB 1970 zum Barwagen "Murtalbar" umgebaut.
Da dieser Wagen bei den Fahrgästen sehr beliebt wurde, nahm die
Murtalbahn 1972 einen zweiten Barwagen "Steirerbar" in Betrieb.
Die Dampfbummelzüge sind zu einer Attraktion geworden, die die
Bahn weit über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht haben und sind
heute aus dem touristischen Angebot des oberen Murtals nicht mehr hinwegzudenken. Am 31.3.1973 wurde der Personenverkehr auf dem Teilstück Tamsweg - Mauterndorf eingestellt. Dies war abzusehen, da die Trassenführung auf diesem Teil der Strecke bewusst von den Ortschaften entfernt angelegt worden war. Durch die steigende Zahl von Privatautos, dem Einsatz von Bussen, die die Ortschaften anfuhren, war der drastische Rückgang der Fahrgastzahlen vorprogrammiert. Auch der Güterverkehr auf diesem Streckenabschnitt war rückläufig und nachdem 1980 die Bahnbrücke bei St. Andrä durch einen Lkw schwer beschädigt worden war, so dass die Strecke ab Kilometer 65,650 gesperrt werden musste. Am 1. 9. 1982 wurde der Gesamtverkehr auf dem Teilstück Tamsweg - Mauterndorf aufgelassen. |
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![]() Drei der vier neuen Triebwagen am 1.4.1981 Foto: DI Gerhard Mayr |
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| Ein entscheidender Meilenstein
in der Geschichte der Murtalbahn war die Einführung von Triebwagen
zur Abwicklung des Personenverkehrs. Vorausgegangen waren Überlegungen,
den Personenverkehr auf der Schiene aufzugeben und ganz mit Omnibussen
abzuwickeln. Zum Glück fiel die Entscheidung zugunsten der Schiene
aus, wobei man von einem Konzept ausging, das auf dem Einsatz von Triebwagen
mit Steuerwagen basierte, um eine flexible Zugbildung
realisieren zu können. Bei den Triebwagen handelte sich um eine
komplette Neuentwicklung der Maschinenfabrik Knotz und der Österreichischen
Brown Boveri Werke AG, da es zum damaligen Zeitpunkt kein vergleichbares
Vorbild für einen Schmalspurtriebwagen gab. So wurden von 1980
bis 1982 die Triebwagen VT 31 bis VT 34 und die Steuerwagen VS
41 bis 44 geliefert. 1999 kam dann noch der Triebwagen VT 35 in modernerer
Ausführung dazu. Der Einsatz der Triebwagen hat sich bis zum heutigen
Tag sehr gut bewährt. Sogar die Österreichischen Bundesbahnen
beschafften für ihre Schmalspurbahnen ähnliche Triebwagen
mit der Baureihe 5090. 1984 wurde mit der Inbetriebnahme eines 30 t-Portalkrans die Güterumladung in Unzmarkt verbessert. Die Einführung des Zugleitbetriebs am 1.4. 1985 führte dazu, daß der gesamte Zugbetrieb von einem Zugleiter in Murau gesteuert wird. Dieser nimmt sämtliche Fahrdienstleiteraufgaben der gesamten Strecke wahr und kann mit allen Fahrzeugführern, die sich auf der 65 km langen Strecke unterwegs befinden, in Funkkontakt treten. Dies führte nicht nur dazu, daß einige besetzte Verkehrsstellen aufgelassen werden konnten, sondern auch zu einem dichteren Zugverkehr auf der eingleisigen Strecke. So hat sich die Murtalbahn im Laufe ihrer Geschichte zu einer modernen Eisenbahn entwickelt. Im Güterverkehr werden hauptsächlich Holz, landwirtschaftliche Produkte und Brennstoffe befördert. Im Personenverkehr werden jährlich rund 430000 Fahrgäste befördert. An Bedeutung gewinnt dabei zunehmend der Einsatz von Fahrradtransportmöglichkeiten. |
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| Die Murtalbahn von Unzmarkt bis Tamsweg ist in den Verkehrsverbund Steiermark (gültig ab 01.01.2003) eingebunden. | |||
| Streckenverlauf | |||
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